Bibliothekssaal Polling – ein Ideal von Klang und Raum

Dass die Gegend rund um den Ammersee faszinierend schön ist, kann man nicht nur rudernd erfahren. Ich jedenfalls versuche, neben meinem sportlichen Hobby den Blick offen zu halten für andere Attraktionen. Dabei hat mich mein Weg jüngst zu einem Konzert des Armida Quartetts in den Pollinger Bibliothekssaal geführt, der heute ein Ort der anderen Kultur, nämlich der Musik, ist. Seit 40 Jahren finden hier Konzerte vom Feinsten statt. Kann es eine bessere Verbindung von alter bzw. klassischer Musik und Raum geben als diese? Wohl kaum. Die Üppigkeit der Innenausstattung – typisch süddeutsch Rokoko bzw. Neoklassizismus –, das warme Licht der Beleuchtung, die überschaubare Größe, die fantastische Akustik, das alles fängt selbst Nicht-Kenner, zu denen ich mich zählen muss, ein. Ganz zu schweigen von der Musik, wenn sie so inspiriert, präzise und harmonisch dargebracht wird wie die des jungen Quartetts.

Das Publikum, na ja, hauptsächlich Grauköpfe. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel.

Polling j. Publikum

Nicht behagt haben mir in dem Saal die ausgeleierten Stühle. Tipp: Ein flaches Kissen für den Rücken mitnehmen. Besonders gut dagegen haben mir die Portraits an den Wänden gefallen, weniger wegen ihrer Schönheit, sondern wegen der Galerie alter Namen. Wer Spaß an Sprachklang hat, an Namen, die ungewohnt und witzig klingen, dem ist ein Besuch des ehemaligen Klosters, zu dem der Saal gehört, ebenfalls zu empfehlen. Probst Franziskus Töpsl, Bibliothekar Gerhoh Steigenberger und Thassilo Zopf hätten bestimmt nichts dagegen gehabt.

Polling Portrait*

Und noch ein letzter Tipp: Die Alte Klosterwirtschaft gegenüber ist auch zu empfehlen.

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