Zwei Minuten

Was ist das schon, zwei Minuten? Ziemlich wenig Zeit, so übers Ganze betrachtet. Beim Sport allerdings kann das eine ganze Menge sein. Interessanterweise sind ja die Abstände zwischen Siegern bei den Spitzensportlern meistens extrem kurz, je schneller die Sportart, desto kürzer die Abstände. Man denke nur an die Formel 1. Der Rudersport ist nicht ganz so schnell, aber zwei Minuten sind hier ganz schön viel. Die zwei Minuten, von denen ich hier spreche, haben uns bei der diesjährigen Roseninsel-Achterregatta im Gesamtfeld nicht maßgeblich weiter nach vorn gebracht – wir rudern, absolut betrachtet, immer noch im hinteren Feld. Diese zwei Minuten sind wir gegen uns selbst gefahren, schneller als im vergangenen Jahr (01:01:08:50), unter einer Stunde (00:59:11.80), und das ist ein toller Erfolg. In der Gruppe Masters Frauen Renn-Doppelachter E haben wir gewonnen (E steht wohl für “Alte Frauen” ;-)) . Dass da außer uns keiner mitgefahren ist, braucht ja niemand zu wissen, und dass wir gewonnen haben, ist nicht trivial: Wären wir nicht schneller gewesen als 2016, wäre uns die Medaille nicht umgehängt worden.

 

Was ich sagen will: Hinter dem bisschen Zeit stecken harte Arbeit, der eine oder andere Frust, oft Überwindung, persönlicher Einsatz (danke, Heinz) und hohe Motivation. Die wäre uns während der Vorbereitung manchmal fast verloren gegangen.

Von nix kommt nix, das wissen wir alle. Dass es damit aber nicht getan ist und man manchmal einfach die Nerven bewahren muss, das zu erfahren, hatten wir hier die Gelegenheit. Ich denke an so manche Trainingsfahrt, bei der sich der Achter angefühlt hat wie ein Schlingerkahn. Und an nicht wenige Fahrten, die wegen des Wetters gar nicht stattfinden konnten. Und dann fällt plötzlich der Startschuss, und wir legen los wie ein Mann … Ja, wie gibt es das denn?

Der Trainer legt den Maßstab an. Schlagfrau Martina schaut zu.

Es sind so viele Faktoren, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können. Abgesehen von unserem Steuermann, sind wir alle relative Neulinge und lernen mit jeder Regatta dazu. Diesmal haben wir schon ganz schön viel richtig gemacht. Leichter wird es nicht werden, noch weiter nach vorne zu rücken. Aber soll uns das abhalten? Auf keinen Fall!

Auch andere tun, was sie können. Hier ein Mitglied der Rudergesellschaft Kassel vor dem “Grünen Hering” bei der Gymnastik.

P. S.: Einen schönen Gruß an die Wasserwacht, die uns Wellengang beschert hat, obwohl das Wetter uns dieses Jahr ausnahmsweise einmal geschont hatte. Dass man bei so wenig Wind sogar Wasser aufnehmen kann, ist der idiotischen Schrägvornewegfahrerei der Wasserwacht-Boote geschuldet. Was soll das bringen außer Stress für die Ruderer? Sehr ärgerlich!

 

Gruppenfotos: Volker Terhar

 

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