Rowing in Redhouse (Port Elizabeth)

Logbuch Südafrika 2017/18_13

Wir probieren es ja überall. Also auch in PE (Port Elizabeth). Etwa 10 km nördlich der Stadt mündet der Zwartkops River ins Meer und bietet uns zunächst einmal etwas, worauf wir bei unserer Reise meistens verzichten mussten: Die Möglichkeit zu schwimmen. Herrlich mildwarmes Wasser, leicht salzig, die Strömung nicht zu stark, keine Krokodile. Einzig wenn der gebadete Körper aus dem Wasser auftaucht, wird es ungemütlich. Dann bläst uns der hartnäckige Wind eine Gänsehaut. Tja, der Wind an den Küsten Südafrikas. Es gibt kaum ein Entrinnen. Für Ruderer heißt das: Man kann es oder man lässt es sein.

Wie es hier geblasen hat, sieht man gut an dem Windsack links im Bild. Volker, zum ersten Mal im Sportboot, stellt sich der Herausforderung.

Eine Touristenattraktion ist das Örtchen Redhouse sicher nicht. Irgend etwas motiviert Menschen, trotzdem hier zu wohnen. Vermutlich die Arbeitplätze in einem der Industrieunternehmen ringsum, vorzugsweise Energieerzeuger. Das Land ist platt, das Township nah, auf der Hauptstraße rollen die Kohlelaster. Aber es gibt ein Guesthouse, und wir fragen uns, wen es hierher verschlägt, wenn er nicht rudern will. An dem Anlegeplatz des von Rose Brunette geleiteten Redhouse Rowing Club allerdings wimmelt es an einem Sonntag von jungen Leuten. Sämtliche Ruderer von PE sammeln sich hier, und es ist mal wieder Nachwuchs im Überfluss, zum großen Teil gespeist von der Nelson Mandela University of Port Elizabeth. Sind die weg (alle auf dem Weg zu einer großen Regatta), wird es still. Lediglich die stundenlangen christlichen Gesänge einer Gemeinschaft Farbiger in weißen Gewändern, die 70 Meter von uns entfernt am Ufer Taufen vornehmen (die Aspiranten erhalten eine Ganzkörper-Taufe), untermalen unsere sportlichen Aktivitäten und lassen uns einen großen Bogen machen, denn wir wollen ja nicht mitten durch die Zeremonie fahren.

Südafrika ist nicht nur Idylle. Selbstverständlich muss auch hier Energie erzeugt werden (bevorzugt mit Kohle), Tiere werden geschlachtet (der Fleischkonsum ist gigantisch), es gibt viel Monokultur und überhaupt: Viel zu tun.

Nach PE geht es heimwärts. Erst die Garden Route entlang, dann durch die Kleine Karoo, zurück nach Simon’s Town und dann nach Deutschland. Ein fantastisches Erlebnis naht seinem Ende. Hier noch ein paar letzte Eindrücke.

Blick auf die Mündung des Storms Rivier an der Garden Route
Einsam unterwegs in der Kleinen Karoo. Das Thermometer zeigt 110 Grad Fahrenheit (43,3 Grad Celsius).
Simon’s Town hat uns wieder. Wir verabschieden uns von den Pinguinen von Boulder’s Beach bei unserer letzten morgendlichen Ausfahrt.
Blick vom Signal Hill auf Kapstadt. Vorne rechts die bunten Häuser von Bo Kaap

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