3 – 2 -1: Fortschritt durch Technik

Der Kampf mit der Rudertechnik ist nicht zu gewinnen. Davon bin ich überzeugt, nach drei Jahren des Lernens und Übens. Immer, wenn ich denke, jetzt habe ich den Bogen raus, geht ein anderes Fass auf. Blatt setzen, Durchzug, Ausheben, Vorrollen, Beinstoß, Handhaltung, Kopfhaltung, Neigung des Oberkörpers nach vorn, nach hinten, Krafteinsatz beim Endzug, Blattführung, … – man kann alles falsch machen. Richtig natürlich auch.

Deshalb sehen wir das wunderschöne Foto von Karin auch mit anderen Augen als der unbefangene Laie. Oh, oh, diese Wasserfontäne! Die ungleiche Position der beiden Skulls! (Wir wissen nicht, wie es zu dieser Situation kam, vielleicht war es eine spezielle Übung beim Training oder ist der Fotosituation geschuldet.)

Aber was ist falsch und was ist richtig? Meine Erfahrung mit unterschiedlichen Trainern ist die, dass nur in wenigen Punkten Einigkeit besteht. Bei uns wird zum Beispiel in letzter Zeit darum gerungen, wie stark wir uns nach vorn und hinten neigen sollen. Dass der gute Ruderer bei der vorderen Umkehr nicht vornüberkippt wie der Moslem beim Gebet, so viel steht inzwischen fest. Aber welche Neigung passt? Wann ist der geeignete Moment, um mit dem Durchzug zu beginnen?

Und wie kriegt man das hin? Das ist noch eine ganz andere Frage. Nichts ist quälender als in Gesellschaft anderer zu rudern, die es anders machen. Das frühe Aufdrehen ist so ein Thema. Ich bemühe mich darum. Habe aber oft schon gedacht, ich lasse es zugunsten der Harmonie. Sieht einfach besser aus, wenn alle das Gleiche machen, selbst wenn das „falsch“ ist. Und wie kriege ich Power in den Endzug, wenn ich das Gefühl habe, dass im letzten Fünftel immer meine Kräfte versagen? Wie rolle ich langsam vor, wenn ich gleichzeitig eine hohe Schlagzahl fahren will? Was mache ich in dem Bruchteil einer Sekunde, den ich abwarten soll, wenn das Blatt gesetzt ist, bevor sich der Rumpf in Bewegung setzt?

Mit unserem Trainer Heinz Schrewe haben wir allerdings inzwischen schöne Fortschritte erzielt, und das liegt maßgeblich am Feilen an der Technik – was auch immer nun state-of-the-art ist. Bei der vereinseigenen Regatta „Herrschinger Triangel“ und bei der Kauferinger Welfenregatta sind wir jeweils mit einem Damen-Doppelvierer 3. bzw. 2. in der Master-Konkurrenz geworden. Das kann sich sehen lassen: Kaufering 2017.

Der Einsatz hat sich gelohnt

Das Geheimnis heißt üben, üben, üben, sich an einen Instruktor halten und an das Zusammenspiel von Kraft und Technik glauben. Und dann heißt unser Ziel: 3 – 2 -1 (Man kann’s ja mal versuchen).

 

Titelfoto: Karin Schuldes, Video: Christina Keller

 

2 Gedanken zu „3 – 2 -1: Fortschritt durch Technik

  1. Von der Technik versteh ich ja nix, ich weiß nichtmal, was ein Doppel-Vierer ist),aber 3. und 2. Platz versteh ich: deshalb Glückwunsch zum Erfolg! Und weiter so 🙂

  2. Herzlichen Glückwunsch dem Team, den fleissig Übenden! Und natürlich besonderen Glückwunsch an die Fotografin dieses ganz besonderen Schnappschusses – sagenhaft!

    Bettina, ich finde deine schriftlichen Ergüssen immer sehr erfrischend und unterhaltsam und freue mich schon auf ein umfangreicheres Werk von dir 🙂 !?

    Grüsse aus deiner alten Heimat
    Dagmar

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